Leopold Schwarz

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Der Schriftsteller, Journalist und Buchhändler Leopold Schwarz (geb. 5. August 1858 in Koritschan, Mähren, heute: Tschechien) war ein Vorreiter und später eine zentrale Persönlichkeit der Lebensreform in einem jüdischen Umfeld.

Nach dem Gymnasium in Kremsier und Brünn studierte Schwarz an den Universitäten von Wien und Leipzig Philosophie und Literatur.

1882 war er ein halbes Jahr Redakteur des Karlsbader Fremdenblattes.1 Danach oder spätestens seit 1883 gab er in Brünn die Zeitung Menschenrechte! heraus, die in einer Anzeige “als einziges socialpolitisches Blatt für den gesammten arbeitenden Mittelstand (Gewerbe-, Bauern und Beamtenstand)” beworben wird.2

Ab 1886 lebte Schwarz als Buchhändler in Dresden.

In den 1890er Jahren machte er sich als Vortragsredner einen Namen.3

Aufenthalt in der Schweiz

Schweizerische Hausblätter

Von 1888 bis 1895 lebte Schwarz in der Schweiz.

1894 wurde er zusammen mit J. Stäheli Redaktor der neugegründeten Schweizerischen Hausblätter, einer “Wochenschrift für natürliche Gesundheits- und Krankenpflege, gesunde Erziehung, praktische Hauswirtschaft, Wohlstand und Familienglück” war. Im Grütlianer wurde dazu ausgeführt:

Diese neue Familienzeitung stellt sich die Aufgabe, die gesellschaftlichen und namentlich die Erwerbsverhälnisse unserer Zeit bessern zu helfen. Es soll dies geschehen durch eine durchgreifende Reform des Privatlebens mittelst naturgemäßer Gesundheits- und Krankenpflege, ungekünstelter Erziehung und sparsamr, aber gleichwohl ausreichender und behaglicher Lebenshaltung. Auch für die rechtliche und wirtschaftliche Besserstellung der Frauen wollen die Hausblätter eintreten, ebenso für die Friedenssache.4

Bekämpfung der Vivisektion

Brünn

1895 liess Schwarz sich in Brünn nieder. Dort führte eine Buchhandlung und gab 1895 das Brünner Theater-Blatt heraus.  Zudem war er im Vorstand der Jüdischen Toynbeehalle und Obmann des Daniel-Bundes in Brünn.5

“Neu-Essäertum und Zionismus” (1905)

Schwarz starb am 20. Mai 1926 in Brünn.

Veröffentlichungen

Monografien

  • Das Heil der Menschheit.
  • Görzer Lieder, 1887.
  • Zur Judenfrage, Brünn, Selbstverlag 1897. Die Veröffentlichung enthält die drei Aufsätze “Börne und die Judenfrage”, “Eine Osterbetrachtung” und “Ein Wort zum Judenstaat”.
  • Fräulein Schopenhauer oder: Sieg der Liebe und des Vegetarismus, 1907.
  • Buch der Leiden. Trost- und Trutzgedichte eines Kämpfers, 1911.
  • Daniel. Musikdramatext in 1 Akt, Brünn 1911.
  • Die ‘wissenschaftliche Tierfolter’ oder Vivisektion vom rein menschlichen Standpunkte und im Zusammenhange mit der sozialen Frage betrachtet, Bamberg [1894 oder 1895]. Digitalisat
  • Auf, zum Kampfe! 12 Weihnachts-Gedichte, Zürich 1895.

Veröffentlichungen in Periodika

  • “Ein neueste Stimme zur Judenfrage”, in: Dr. Bloch’s Oesterreichische Wochenschrift, 13. Jahrg., 27. März 1896, Nr. 13, S. 252-252. Online
  • “Ein Oesterreichisches Muster-Sanatorium”, in: Fremdenblatt (Karlsbad), 18. Jahrg., 19. Juni 1898, Nr. 8, S. 3. Online
  • “Der Vegetarismus als sittlicher Forderung”, in:
  • “Die heilige Schrift”, in: Jüdische Volkszeitung, 10. Jahrg., 1. Dezember 1909, Nr. 36, S. 9. Online
  • “Daniel. Musikdramatext in einem Akt”, in: Jüdische Volksstimme, 12. Jahrg., 28. April 1911, Nr. 16, S. 9-10. Online
  • “Ein Ausspruch Gottfried Keller’s”, in: Dr. Bloch’s Oesterreichische Wochenschrift, 21. Jahrg., 27. Mai 1904, Nr. 22, S. 350. Online
  • “Neu-Essäertum und Zionismus”, in: Die Stimme der Wahrheit. Jahrbuch für wissenschaftlichen Zionismus, 1. Jahrg., Würzburg 1905, S. 234-259. Online
  • “Ein Besuch bei Gottfried Keller”, in: Neues Wiener Journal, 32. Jahrg., 14. September 1924, Nr. 11071, S. 16. Online

Gedichte

  • Freiheitslied, Sonntags-Post 1894.
  • Friedensheim, Sonntagsblatt (Ingolstadt), 16. September 1894.
  • “Mai-Hymne”, Die Waffen nieder!, 6. Jahrg., 1897, Nr. 4, S. 139.
  • Land der Väter!, Revue (Brünn), 3. Jahrg., 21. Februar 1905, Nr. 4, S. 5.
  • [[Jeremias, Kap -, Vers -.]], Revue (Brünn), 3. Jahrg., 21. Februar 1905, Nr. 4, S. 5.
  • Nun danket Alle!, Revue (Brünn), 3. Jahrg., 7. Juli 1905, Nr. 13, S. 4.
  • Tirol!, Literarische Beilage zur Tiroler Soldaten-Zeitung, 29. August 1915, S. 3.

Vorträge in der Schweiz

  • “Das wahre Wesen des Vegetarismus”, Bern, 16. Januar 1895 (Hinweis in: Der Bund (Bern), 46. Jahrg., 15./16. Januar 1895, Nr. 15, S. 2. Online).

Literatur

  • Adolf Hinrichsen, Das literarische Deutschland, Berlin und Rostock 1887, S. 593. Online
  • Franz Brümmer, “Leopold Schwarz”, in:  Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart, Bd. 6., 6. Aufl. Leipzig 1913, S. 373. Online
  • “Schriftsteller Leopold Schwarz gestorben”, in: Die Wahrheit, 42. Jahrg., 25. Juni 1926, Nr. 27, S. 12. Online

Dokumente

[[Vivisektion (Kneipp-Blätter)|Vivisektion]], Kneipp-Blätter (Donauwörth), 18. April 1895.

Links

  • Leopold Schwarz, Eintrag von von E. Lebensaft in Österreichisches Biographisches Lexikon.

Letzte Änderung: 28. November 2023.

  1. Vgl. Hinweise  und Znaimer Wochenblatt, 33. Jahrg., 9. September 1882, Nr. 37, S. 4 (Online). []
  2. Vgl. Kikeriki, 23. Jahrg., 25. Februar 1883, Nr. 16, Beilage. (Online). []
  3. Hinweis auf den Vortrag “Der Vegetarismus als Culturelement” am 24. Mai 1898, veranstaltet vom österreichischen Verein für Vegetarismus und Naturheilkunde” in: Neues Wiener Journal, 6. Jahrg., 24. Mai 1898, Nr. 1646 S. 4 (Online). []
  4. Grütlianer, 43. Jahrg., 20. Februar 1894, Nr. 21, S. 3 (Online). Vgl. auch Der Friede, 31. Juli 1894, Nr. 30, S. 3 (Online). []
  5. Vgl. beispielsweise Jüdische Toynbee-Halle im Portal Digitale Topographie der multikulturellen Bukowina. []